Leben in Portugal

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Ein Besuch in der casa do Fado (im "Fadohaus")

Traditionell wird Fado in so genannten "Fadohäusern" gesungen: Man isst und trinkt vor dem Auftritt des Sängers – doch kaum erhebt er (oder sie) die Stimme, wird es still. Kein Gespräch, kein Geschirr- oder Besteckklappen, kein Gläserklirren: Wenn der Fado erklingt, lauscht man andächtig. Und fühlt mit der Stimme des Sängers die eigenen Sehnsüchte wach werden, erinnert sich an eigenes Liebesglück – und Liebesleid.

In Lissabon gibt es etliche casas do fado. Es ist nicht ganz leicht, in der portugiesischen Hauptstadt wirklich ursprünglichen Fado zu hören – manches ist sehr kommerziell. Aber wenn Sie mit offenen Auge und Ohren durch die Alfama laufen, den alten Stadtkern aus maurischer Zeit unterhalb des Castelo de São Jorge, werden Sie sicher fündig. Oder schlendern Sie durchs Bairro Alto, das alte Kneipenviertel in der „Oberstadt“. Am besten nach 22 Uhr – und dann lauschen Sie einfach mal. Oder fragen Sie nach, wann wo ein Fado-Abend stattfindet. So haben Sie eine gute Chance, den „echten“ Fado, den fado vadio zu erleben.

Fadohäuser sind Lokale, voll mit Menschen – und wirklich bunt gemischt, alt und jung. Es gibt zu essen und zu trinken. Und plötzlich, spät am Abend geht es los: Gitarrenmusik erklingt und aus heiterem Himmel fängt der oder die fadista zu singen an. Wechselweise mit einem zweiten fadista, den Kellnern und sogar manch ein Gast trägt spontan eine Strophe vor. Ein paar Verhaltensregeln sollten Sie kennen:

Vor dem Auftritt der fadistas wird gegessen und getrunken, da klappert Geschirr und klingen Gläser, da unterhält man sich lautstark.
Während des Auftritts jedoch ist es mucksmäuschenstill. Respektieren Sie das und unterhalten Sie sich bitte nicht mal leise. Sonst werden Sie mit Zischen zum Schweigen gebracht.
„Mitklatschen“ ist verpönt – und normalerweise wird der oder die fadista nicht dazu auffordern.
Fadokonzerte sind von der Atmosphäre her vielleicht nicht so ursprünglich, aber echter Kunstgenuss. Es gibt eine ganze Reihe hervorragender fadistas, die in Portugal auftreten. Die „Großen“ kennt man sogar außerhalb des Landes: '
Mariza und 
Cristina Branco sind weltbekannt und kommen auf Tourneen auch nach Europa – ebenso wie beispielsweise 
MísiaDeolinda oder Dulce Pontes, bei den Männern der Altmeister Carlos do Carmo und der junge Camané. Und das sind beileibe noch nicht alle!

Falls Sie im Juli/August in Portugal sind, haben Sie die Chance, große fadistas „zuhause“ zu erleben. Und das ist etwas ganz Besonderes! Denn die Portugiesen kennen – im Gegensatz zum internationalen Konzertpublikum – jedes Lied, sie singen mit, weinen mit, leben mit. Und selbst einer großen fadista wie Mariza stehen dann spätestens bei der Zugabe des Lieds O gente da minha terra („Ihr Menschen meines Landes“) die Tränen in den Augen. 
In Lissabon gibt es in der Rua de São Bento das Museu Fundação Amália Rodrigues, und an der Rua do Carmo steht jeden Tag ein grüner altertümlicher Lastwagen: Hier können Sie Fado-Musik kaufen und bekommen Sie unter Umständen Tipps für Fado-Lokale.

(Dieser Text stammt - mit freundlicher Genehmigung der Autorin - aus dem Buch "Korkesel & Sardinenblüte. Handbuch für den Urlaub in Portugal", ISBN: 978-3-946223-02-3 Printausgabe € 12,-- /eBook € 5,99)

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Kann denn Fado fade sein

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