Schwangerschaft in Portugal kann durchaus ein Thema sein, wenn man sich hier niedergelassen hat.
Dazu möchten wir an dieser Stelle an paar kleine Hilfestellungen geben. 

Ich bin schwanger - was nun?

Nach der Feststellung einer Schwangerschaft sollte man sich seinem Centro de Saúde vorstellen.

Als Privatversicherte vereinbart man einen Termin bei einem Arzt aus der Ärzteliste seiner Krankenversicherung. 
Wer sowohl privat wie auch über die Seg. Social versichert ist, kann natürlich auch beide Institutionen nutzen.

In der Regel wird bei diesem ersten Termin die Schwangerschaft notiert, man bekommt eine ganze Reihe an Terminen ausgehändigt, mögliche Krankheiten und Risiken werden angesprochen.
Man bekommt eine Überweisung für die 1. Ultraschalluntersuchung sowie eine weitere um Blutuntersuchungen durchzuführen (das kann je nach Centro de Saúde variieren).
So durchläuft man Monat für Monat der Schwangerschaft und geht monatlich zum "Check-Up".

Abono de família pré-natal - vorzeitiges Kindergeld

Nach der 13. Schwangerschaftswoche kann man Kindergeld beziehen, das sog. Abono de Família Pré-Natal. Dazu benötigt man ein vom Arzt ausgestelltes Attest, dass einem sowohl die Schwangerschaft wie auch die Schwangerschaftswoche bestätigt.

Um dieses Kindergeld beziehen zu können, muss man in Portugal eine Residencia nachweisen können, das persönliche Jahreseinkommen darf € 8.803,62 (Stand 2016) sowie das Gesamtvermögen der Familie (agregado familiar) nicht € 100.612,80 überschreiten. Darunter fallen u.a. Immobilien, Geldwerte, Aktien, Wertpapiere, Investmentfonds, etc.

Weitere Informationen zu Abono Pré Natal - Segurança Social

Mutterschutz - Elternzeit - Subsídio parental inicial

In Portugal ist die Elternzeit und -geld miteinander verknüpft, so dass man sich frühzeitig für eine Variante entscheiden muss, damit die Zahlung in dieser Zeit gewährleistet ist.

Elternzeit

Im September 2015 wurde auf die bestehende Regelung zwischen 120 und 150 zusammenhängenden Tagen, die Möglichkeit hinzugefügt, dass beide Elternteile gleichzeitig ihren Anspruch geltend machen können (im Falle einer Totgeburt lediglich 120 Tage).

Die nachfolgende Regelung gilt frühestens nach Ablauf der 6 Wochen Mutterschutz.

Für den Fall, dass sich beide Elternteile darauf einigen, einzeln eine zusammenhängende Zeitspanne von 30 Tagen, oder aufgeteilt auf 2 mal 15 Tage, wird die Elternzeit um weitere 30 Tage verlängert, so dass aus den 120 Tagen 150 Tage werden und die 150 Tage werden auf 180 Tage aufgestockt. Diese Regelung gilt jedoch nur für Lebendgeburten. Bei Mehrlingsgeburten erhält man für jedes Kind je 30 Tage.

Mutterschutz und Vaterschaftsurlaub

Der Mutterschutz beträgt 72 Tage, welche wie folgt aufgeteilt sind: 

  • 30 Tage (maximal) vor der Geburt, wenn die Mutter einer Arbeit nachgeht und
  • 42 Tage (6 Wochen) nach der Geburt. Diese Frist ist gesetzlich vorgeschrieben und muss eingehalten werden.

Diese Zeiten werden auf die Elternzeit angerechnet, d.h. dass diese 72 Tage von den 120 bzw. 150 abgezogen werden müssen.

Grundsätzlich steht Schwangeren das Recht auf 120 Tage Mutterschaftsurlaub zu, davon mindestens sechs Wochen nach der Geburt. Außerdem besteht Anspruch auf Freistellung zur Schwangerenberatung. Während dieser Zeit gibt es Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Der Vater hat einen gesetzlichen Anspruch auf 10 Arbeitstage Vaterschaftsurlaub nach der Geburt.

  • 5 zusammenhängende Tage unmittelbar nach der Geburt
  • 5 weitere Tage müssen innerhalb der ersten 30 Tage nach der Geburt genommen werden, wobei diese nicht mehr zusammenhängend genommen werden müssen.
  • Bei Mehrlingsgeburten erhält der Vater für jedes Zwillingskind 2 weitere Tage.
  • Zusätzlich kann er freiwillig 10 weitere Tage anhängen. Auch hier erhält man bei Mehrlingsgeburten jeweils 2 weitere Tage.

Weitere Infos zu diesem Thema: Mutterschutz und Elternzeit 

Aktuelle Informationen

DECIR 2020: Brandbekämpfung in Portugal

Seit Ende April 2019 ist DECIR 2020 (Dispositivo Especial de Combate a Incêndios Rurais) in Kraft. Wegen der Covid-19-Pandemie müssen in diesem Jahr besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. In den besonders gravierenden Phasen stehen knapp 12.000 Einsatzkräfte zur Verfügung. Das sind etwa 500 mehr als 2019. Nicht ausschließlich Feuerwehrleute zählen zu den EInsatzkräften, sondern auch Waldarbeiter, die Spezialeinheit für Katastrophenschutz, die Polizei für öffentliche Sicherheit und die GNR. Unterstützt werden sie mit bis zu 60 Löschflugzeugen/Hubschraubern. Seit Anfang Mai ist außerdem das nationale Netzwerk von Feuerwachttürmen aktiv: 77 Wachttürme sind in den Hochphasen des Brandrisikos besetzt.

In diesem Jahr gibt es die folgenden Stufen (nivel) der Alarmbereitschaft:

PhaseBezeichnungZeitraumLöschflugzeuge/HelikopterEinsatzkräfte/Fahrzeuge
Nivel 1 permanente 1.Januar bis 14. Mai 14 üblicherweise vorhandene
Nivel 2 reforcado 15. Mai bis 31. Mai 37 8.402/1.968
Nivel 3 reforcado 1. Juni bis 30. Juni 60 9.512/2.236
Nivel 4 reforcado 1. Juli bis 30. September 60 11.825/2.654
Nivel 3 reforcado 1. bis 15. Oktober 60 9.804/2.154
Nivel 2 reforcado 16. bis 31. Oktober 41 üblicherweise vorhandene
Nivel 1 permanente 1. November bis 31. Dezember 14 üblicherweise vorhandene

Wer in besonders brandgefährdeten Regionen lebt/sich aufhält, bekommt eine Cell Broadcast Nachricht (wie eine SMS), wenn es zu erhöhtem Feuerrisiko kommt. In ihr gibt es einen Link zum Zivilschutz und den Warnhinweis, besonders achtsam wegen der Brandgefahr zu sein. Die Cell Broadcast Nachricht wird zweisprachig versendet: portugiesisch für nationale Mobilfunknummern und Englisch für alle anderen. 

Jeder kann selbst nachsehen, wo und wie die Situation in Bezug auf Waldbrände los ist und zwar hier:

Proteção Civil/Zivilschutz mit ständig aktualisierten Daten (in portugiesisch und englisch)
Die Website fogos.pt bezieht ihre Daten ebenfalls vom Zivilschutz.

Es gibt dazu außerdem eine App fürs Smartphone (Android/Apple), mit der man umfassend informiert ist. Nähere Infos dazu unten. 

Aktuelle Karten zum Brandrisiko findet man bei der IPMA: 

In der Menüleiste ganz rechts "Fogos rurais" anklicken und dann -> Madeira oder -> Festland auswählen.

Die jeweilig tagesaktuelle Karte zeigt in fünf Farben das jeweilige Brandrisiko in den einzelnen Landkreisen Portugals an. Die Farbskala bedeutet: 

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